Endlich ein neues Kühlfahrzeug

Feier der „Tafel Ahrweiler“ im Evangelischen Gemeindehaus

Bad Neuenahr-Ahrweiler

23.10.2017  |  Endlich ist es da, das neue Kühlfahrzeug. Darüber freuen sich die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter der „Tafel Ahrweiler“. Der neue Mercedes-Benz Transporter ist zum einen zuverlässiger und vor allem größer. Damit können die Fahrer und Beifahrer den Wagen stehend be- und entladen und sparen die zweite Tour nach Sinzig, wo sich im HoT neben Ahrweiler die zweite Ausgabestelle befindet. Bei den Fürbitten, (von rechts) Pastor Jörg Meyrer, Pfarrer Friedemann Bach, Joachim Willemsen, Rasina Sultan, Ralf Eggert und Kuno Herchenbach  |  Foto: E.T. Müller Zur Einsegnung des neuen Kühlfahrzeugs hatten die ökumenischen Kooperations- partner — Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Evangelische Kirchengemeinde Bad Neuenahr, Dekanat Ahr-Eifel und Diakonisches Werk — nach Bad Neuenahr- Ahrweiler ins Evangelische Gemeindehaus geladen. Marion Eisler vom Diakonischen Werk begrüßte die vielen Gäste, Sponsoren, Mitarbeiter und auch Tafelkunden zur Feier der Einsegnung, die von Pfarrer Friedemann Bach und Pastor Jörg Meyrer geleitet wurde. Bezugnehmend zur Lesung von der Brotvermehrung verdeutlichte Pfarrer Friedemann Bach die Gemeinsamkeit aller — ob Sponsor, ehren- und hauptamtlicher Mitarbeiter, Geschäftsinhaber oder Kunde der Tafel — als Stück seines Brotlaibes, der das Brot vermehrt: „Ja, liebe Tafelkunden, sie haben richtig gehört: Sie sind nicht nur Nutznießer, Empfänger. Wir alle genießen, dass einer uns das Leben schenkt. Jeder von uns hat sein Leben empfangen und darf ein Teil des lebendigen Brotes werden, damit es Leben gibt für alle.“ Allen gelte die Segnung des Fahrzeugs, ob sie nun bei der Tafel arbeiten oder Tafelkunden sind, betonte Pastor Jörg Meyrer. Die Fürbitten wurden von Rasina Sultan in Deutsch und Arabisch gesprochen sowie von Joachim Willemsen von den Lions, Ralf Eggert und Kuno Herchenbach. Pfarrer Friedemann Bach (links) und Pastor Jörg Meyrer gestalteten die Einsegnungsfeier  |  Foto: E.T. Müller Beim anschließenden Festakt im Evangelischen Gemeindehaus berichteten Caritas- Mitarbeiterin und Tafelkoordinatorin Christiane Böttcher und Dekanatsreferentin Andrea Kien-Groß, Dekanat Ahr-Eifel, von Veränderungen, denn bei der Tafel ist viel in Bewegung. So veranlasste die Bundestafel, dass die „Ahrweiler Tafel“ in „Tafel Ahrweiler“ unbenannt wurde. Auch die Zahl der Tafelkunden hat sich seit Beginn dramatisch geändert. Waren es 2011 noch 367 Kunden, wurden im Jahr 2016 über 1.000 Kunden versorgt, wobei diese hohe Zahl nicht nur der Flüchtlingswelle geschuldet ist: Im Jahr 2016 waren es 440 Menschen im Asyl, 394 mit Hartz IV- Bezügen, 65 mit Grundsicherung und acht Rentner die von den Ausgabestellen in Ahrweiler und Sinzig versorgt wurden. „Mehr Menschen sind von Armut betroffen, die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander. Unter den Tafelkunden befinden sich auch 455 Kinder, so viele Menschen wie ein kleines Dorf an der Ahr oder in der Eifel“, verdeutlichte Andrea Kien-Groß und ergänzte: „Unsere Grundlage ist das Evangelium, deshalb geht unsere Tafel über das Verteilen von Lebensmitteln hinaus.“ So steht die „Tafel plus“ für Förderung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das Kochprojekt „Kartoffel & Co“ vermittelt lebenspraktische Unterstützung. Auch das köstliche, internationale Büfett des Abends, von Tafelkunden zubereitet, ist Teil dieses Projektes. Festakt im großen Saal des Evangelischen Gemeindehauses  |  Foto: E.T. Müller Dabei arbeitet die Tafel in Ahrweiler ohne öffentliche Fördergelder. Kosten für hauptamtliche Mitarbeiter und ein Teil der Verwaltungskosten werden von den beiden Kirchen übernommen, erklärte Christiane Böttcher. Dennoch fallen 28.000 Euro an Personalkosten an, die für die Tafel plus-Mitarbeiterin, eine Verwaltungs- kraft und eine Reinigungskraft eingesetzt werden. Die Nebenkosten ergeben u.a. mit Fahrzeugunterhalt, Öffentlichkeitsarbeit, Büro- und Verpackungsmaterialien und Versicherungen einen jährlichen Betrag von 52.600 Euro. Caritas-Geschäftsführer Richard Stahl dankte den 117 ehrenamtlichen Tafel- Mitarbeitern und -Mitarbeiterinnen, den Sponsoren, den 70 Lebensmittelgeschäften, 44 Paten und 167 Geldspendern, die die Tafel unterstützen. Mit Blick auf das neue Tafelfahrzeug hob Stahl das Engagement der Daimler-Benz AG hervor, die den Löwenanteil der Kosten übernommen hat. Trotz allem blieben Restkosten in Höhe von 42.000 Euro. Den zweitgrößten Anteil mit 13.000 Euro spendete neben der Daimler AG die Pfarrei St. Marien und St. Willibrord aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Richard Stahl dankte allen Spendern, u.a. der Kreissparkasse Ahrweiler, der Volksbank RheinAhrEifel, dem Rotary-Club Ahrweiler und dem Lions Club Bad Neuenahr, der noch eine Geburtstagsspende über 5.000 Euro im Mai überreicht hatte. Allen Förderern der „Tafel Ahrweiler“ wurde zum Dank eine Urkunde überreicht  |  Foto: E.T. Müller Um gute Lebensmittel nicht zu vernichten, sondern zu verteilen, braucht es die Ehrenamtlichen und finanziellen Unterstützer und natürlich die verlässlichen Partner: Supermärkte, Bäckereien, Landwirte und einen Drogeriemarkt. Allen Förderern wurde zum Dank eine Urkunde überreicht.

Endlich ein neues Kühlfahrzeug

Feier der „Tafel Ahrweiler“ im

Evangelischen Gemeindehaus

Bad Neuenahr-Ahrweiler

23.10.2017  |  Endlich ist es da, das neue Kühlfahrzeug. Darüber freuen sich die ehren- amtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter der „Tafel Ahrweiler“. Der neue Mercedes- Benz Transporter ist zum einen zuverlässiger und vor allem größer. Damit können die Fahrer und Beifahrer den Wagen stehend be- und entladen und sparen die zweite Tour nach Sinzig, wo sich im HoT neben Ahrweiler die zweite Ausgabestelle befindet. Bei den Fürbitten, (von rechts) Pastor Jörg Meyrer, Pfarrer Friedemann Bach, Joachim Willemsen, Rasina Sultan, Ralf Eggert und Kuno Herchenbach  |  Foto: E.T. Müller Zur Einsegnung des neuen Kühlfahrzeugs hatten die ökumenischen Kooperations- partner — Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Evangelische Kirchengemeinde Bad Neuenahr, Dekanat Ahr-Eifel und Diakonisches Werk — nach Bad Neuenahr- Ahrweiler ins Evangelische Gemeindehaus geladen. Marion Eisler vom Diakonischen Werk begrüßte die vielen Gäste, Sponsoren, Mitarbeiter und auch Tafelkunden zur Feier der Einsegnung, die von Pfarrer Friedemann Bach und Pastor Jörg Meyrer geleitet wurde. Bezugnehmend zur Lesung von der Brotvermehrung verdeutlichte Pfarrer Friedemann Bach die Gemeinsamkeit aller — ob Sponsor, ehren- und hauptamtlicher Mitarbeiter, Geschäftsinhaber oder Kunde der Tafel — als Stück seines Brotlaibes, der das Brot vermehrt: „Ja, liebe Tafelkunden, sie haben richtig gehört: Sie sind nicht nur Nutznießer, Empfänger. Wir alle genießen, dass einer uns das Leben schenkt. Jeder von uns hat sein Leben empfangen und darf ein Teil des lebendigen Brotes werden, damit es Leben gibt für alle.“ Allen gelte die Segnung des Fahrzeugs, ob sie nun bei der Tafel arbeiten oder Tafelkunden sind, betonte Pastor Jörg Meyrer. Die Fürbitten wurden von Rasina Sultan in Deutsch und Arabisch gesprochen sowie von Joachim Willemsen von den Lions, Ralf Eggert und Kuno Herchenbach. Pfarrer Friedemann Bach (links) und Pastor Jörg Meyrer gestalteten die Einsegnungsfeier  |  Foto: E.T. Müller Beim anschließenden Festakt im Evangelischen Gemeindehaus berichteten Caritas-Mitarbeiterin und Tafelkoordinatorin Christiane Böttcher und Dekanatsreferentin Andrea Kien-Groß, Dekanat Ahr-Eifel, von Veränderungen, denn bei der Tafel ist viel in Bewegung. So veranlasste die Bundestafel, dass die „Ahrweiler Tafel“ in „Tafel Ahrweiler“ unbenannt wurde. Auch die Zahl der Tafel- kunden hat sich seit Beginn dramatisch geändert. Waren es 2011 noch 367 Kunden, wurden im Jahr 2016 über 1.000 Kunden versorgt, wobei diese hohe Zahl nicht nur der Flüchtlingswelle geschuldet ist: Im Jahr 2016 waren es 440 Menschen im Asyl, 394 mit Hartz IV-Bezügen, 65 mit Grundsicherung und acht Rentner die von den Ausgabestellen in Ahrweiler und Sinzig versorgt wurden. „Mehr Menschen sind von Armut betroffen, die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander. Unter den Tafelkunden befinden sich auch 455 Kinder, so viele Menschen wie ein kleines Dorf an der Ahr oder in der Eifel“, verdeutlichte Andrea Kien- Groß und ergänzte: „Unsere Grundlage ist das Evangelium, deshalb geht unsere Tafel über das Verteilen von Lebensmitteln hinaus.“ So steht die „Tafel plus“ für Förderung und Teilhabe am gesell- schaftlichen Leben. Das Kochprojekt „Kartoffel & Co“ vermittelt lebenspraktische Unterstützung. Auch das köstliche, inter- nationale Büfett des Abends, von Tafel- kunden zubereitet, ist Teil dieses Projektes. Festakt im großen Saal des Evangelischen Gemeindehauses  |  Foto: E.T. Müller Dabei arbeitet die Tafel in Ahrweiler ohne öffentliche Fördergelder. Kosten für haupt- amtliche Mitarbeiter und ein Teil der Verwaltungskosten werden von den beiden Kirchen übernommen, erklärte Christiane Böttcher. Dennoch fallen 28.000 Euro an Personalkosten an, die für die Tafel plus- Mitarbeiterin, eine Verwaltungskraft und eine Reinigungskraft eingesetzt werden. Die Nebenkosten ergeben u.a. mit Fahrzeug- unterhalt, Öffentlichkeitsarbeit, Büro- und Verpackungsmaterialien und Versicherungen einen jährlichen Betrag von 52.600 Euro. Caritas-Geschäftsführer Richard Stahl dankte den 117 ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeitern und -Mitarbeiterinnen, den Sponsoren, den 70 Lebensmittelgeschäften, 44 Paten und 167 Geldspendern, die die Tafel unterstützen. Mit Blick auf das neue Tafelfahrzeug hob Stahl das Engagement der Daimler-Benz AG hervor, die den Löwenanteil der Kosten übernommen hat. Trotz allem blieben Restkosten in Höhe von 42.000 Euro. Den zweitgrößten Anteil mit 13.000 Euro spendete neben der Daimler AG die Pfarrei St. Marien und St. Willibrord aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Richard Stahl dankte allen Spendern, u.a. der Kreissparkasse Ahrweiler, der Volksbank RheinAhrEifel, dem Rotary-Club Ahrweiler und dem Lions Club Bad Neuenahr, der noch eine Geburtstags- spende über 5.000 Euro im Mai überreicht hatte. Allen Förderern der „Tafel Ahrweiler“ wurde zum Dank eine Urkunde überreicht  |  Foto: E.T. Müller Um gute Lebensmittel nicht zu vernichten, sondern zu verteilen, braucht es die Ehren- amtlichen und finanziellen Unterstützer und natürlich die verlässlichen Partner: Super- märkte, Bäckereien, Landwirte und einen Drogeriemarkt. Allen Förderern wurde zum Dank eine Urkunde überreicht.